
Das Marineehrenmal Laboe und das benachbarte Museums-U-Boot U-995 wurden im August 2026 mithilfe professioneller Drohnentechnologie erfasst. Ziel war es, die äußeren Strukturen der Bauwerke möglichst detailliert digital abzubilden und in zwei eigenständigen dreidimensionalen Modellen zu rekonstruieren.
Die Vorbereitung begann mit einer ersten Befliegung unter Verwendung der DJI Mavic 3M und einer DJI D-RTK 2-Referenzstation. Am 26. August 2026 erfolgten vier relevante Flugmissionen mit der DJI Matrice 4T und D-RTK 2. Dabei kamen automatisierte Flugrouten und bei Bedarf manuelle Steuerungseingriffe zum Einsatz. Insbesondere die komplexe Geometrie des Marineehrenmals erforderte situationsabhängige Entscheidungen des Fernpiloten.
Für das Museums-U-Boot U-995 entstanden 1.707 Fotoaufnahmen. Die Bodenauflösung (GSD) betrug ca. 0,616 cm/Pixel, der RMSE laut Auswertungsbericht ca. 1,1 cm und die Verarbeitungsdauer rund 4 Stunden und 16 Minuten. Für das Marineehrenmal wurden 5.346 Fotoaufnahmen aufgenommen. Die GSD lag bei ca. 0,63 cm/Pixel, der RMSE laut Auswertungsbericht bei ca. 8,6 cm und die Verarbeitungsdauer bei rund 14 Stunden und 29 Minuten. Insgesamt wurden somit 7.053 Aufnahmen für die beiden Rekonstruktionen erfasst. Die angegebenen RMSE-Werte sind keine pauschalen Genauigkeitsnachweise für sämtliche Modellbereiche.
Die Bilddaten wurden mit DJI Terra ausgewertet. Aus den überlappenden Fotoaufnahmen entstanden detaillierte dreidimensionale Rekonstruktionen beider Bauwerke. Beim Marineehrenmal stehen die charakteristische Turmgeometrie, das Mauerwerk und angrenzende Gebäudestrukturen im Mittelpunkt. Beim U-Boot U-995 lassen sich die äußere Form des Bootskörpers und die komplexen Aufbauten nachvollziehen. Nicht vollständig rekonstruierte Umgebungsbereiche können Ergebnis einer gezielten, objektbezogenen Missionsplanung sein.
Neben der fotogrammetrischen Außenaufnahme ist eine ergänzende 360°-Dokumentation vorgesehen. Solche immersiven Ansichten können zusätzliche Einblicke ermöglichen, sind jedoch von einer metrischen, fotogrammetrischen Rekonstruktion zu unterscheiden.
Das Projekt zeigt, wie sich moderne DJI-Drohnensysteme, RTK-gestützte Datenerfassung und spezialisierte Auswertungssoftware zu einem durchgängigen Dokumentationsprozess verbinden lassen. Dreidimensionale Bestandsmodelle können als Grundlage für Visualisierung, Dokumentation, Zustandsbetrachtung und weitere digitale Planungsprozesse dienen.
Zwei eigenständige digitale 3D-Rekonstruktionen veranschaulichen, welche Möglichkeiten professionelle Drohnenvermessung und Fotogrammetrie heute bieten. Entscheidend sind die fachgerechte Planung, sichere Durchführung und nachvollziehbare Auswertung der Flugmissionen.