
Wie ist der Zustand einer Photovoltaikanlage nach rund 18 Betriebsjahren? Eine drohnengestützte optische und thermografische Prüfung der Birkhalle Gelting liefert eine erfreuliche Antwort: Der Prüfbericht bewertet den Zustand der Solarmodule als thermisch und strukturell weit überdurchschnittlich gut.
Im Auftrag der Stadt Gelting prüfte die GDDC GmbH am 15. Oktober 2026 die Photovoltaikanlage auf der Birkhalle in Gelting-Wackerballig sowie den angrenzenden Sportplatz. Die Anlage wurde 2008 in Betrieb genommen und umfasst 400 PV-Module mit einer im Bericht angegebenen Nennleistung von 27,4 kW. Sämtliche 400 Module wurden untersucht.
Zum Einsatz kam eine DJI Matrice 4T mit fest verbauter optischer Kamera und Wärmebildkamera. Laut Prüfbericht wurden die Module mit hochauflösenden Farbbildern und Infrarotaufnahmen erfasst. Die Kameras zeichneten synchron auf; die Bilddaten wurden als Sequenzen beziehungsweise Einzelaufnahmen für die spätere Auswertung dokumentiert.
Die erste Befliegung erfolgte bei unter Last arbeitender PV-Anlage. Bei der zweiten Befliegung war die Anlage abgeschaltet. Durch den Vergleich der optischen und thermografischen Aufnahmen konnten die festgestellten Auffälligkeiten einzelnen Modulen und Zellen zugeordnet und im Prüfbericht nachvollziehbar dokumentiert werden.
Das Prüfberichtsfazit fällt insgesamt positiv aus: Über rund 95 Prozent der untersuchten Gesamtfläche arbeiten die Zellstränge thermisch homogen. Großflächige Stringausfälle, Kurzschlüsse oder verpolte Module wurden nicht festgestellt. Ein regelmäßig erscheinendes thermisches Punktraster wurde als bauartbedingt eingeordnet und ausdrücklich nicht als Defekt bewertet.
Im unteren rechten Dachbereich wurde außerdem ein zusammenhängender Abschnitt neuerer monokristalliner Full-Black-Module dokumentiert. Diese zeigten eine vom polykristallinen Altbestand abweichende thermische Signatur.
Der Prüfbericht enthält fünf Einträge zu lokalen Auffälligkeiten. Bei Modul C5 wurde eine wärmere Zelle mit einer Temperaturdifferenz von 5,2 °C dokumentiert; der Bericht empfiehlt, sie weiter zu beobachten. An Modul K32 wurde eine Temperaturdifferenz von 7 °C festgestellt. Auch diese Zelle liegt laut Bericht noch im Normbereich, sollte jedoch weiterhin beobachtet werden.
Weitere dokumentierte Auffälligkeiten betrafen Verschmutzungen an D3, I15, J10 und L20. Für diese Stellen wurde keine relevante thermische beziehungsweise funktionale Beeinträchtigung festgestellt. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig die gemeinsame Betrachtung von sichtbaren Verschmutzungen und Wärmebildern ist: Nicht jede Temperaturabweichung bedeutet automatisch einen Moduldefekt.
Die Kombination aus optischer Dokumentation und Thermografie ermöglicht eine berührungslose Prüfung großer Modulflächen. Auffällige Zellen, Verschmutzungen und Unterschiede im thermischen Verhalten können lokalisiert und für spätere Kontrollen dokumentiert werden. Gerade bei Bestandsanlagen schafft eine strukturierte Inspektion eine nachvollziehbare Grundlage für Reinigung, Wartung und gegebenenfalls weiterführende technische Untersuchungen.
Die PV-Prüfung an der Birkhalle Gelting zeigt, dass auch eine Anlage aus dem Jahr 2008 einen sehr guten Zustand aufweisen kann. Mit der DJI Matrice 4T konnte die GDDC GmbH alle 400 Module optisch und thermografisch erfassen, einzelne Auffälligkeiten dokumentieren und der Stadt Gelting einen strukturierten Prüfbericht zur Verfügung stellen.